Änderung Sozialversicherungskennzahlen 2021

In der Volksabstimmung vom 27. September 2020 ist die Einführung des Vaterschaftsurlaubs gutgeheissen worden. Der Bundesrat hat beschlossen, die Änderung per 1. Januar 2021 in Kraft zu setzen. Damit steigen die EO-Beiträge.

Der EO-Lohnbeitrag steigt von 0,45% auf 0,5%. Somit erhöht sich der AHV/IV/EO-Beitragssatz von 10,55% auf 10,6%. Die Lohnbeiträge werden je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. 

 

Vaterschaftsurlaub

In der Volksabstimmung vom 27. September 2020 ist die Einführung des Vaterschaftsurlaubs gutgeheissen worden. Erwerbstätige Väter haben Anspruch auf zwei Wochen Vaterschaftsurlaub.

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Sie sind zum Zeitpunkt der Geburt Ihres Kindes Erwerbstätig, erhalten ein Taggeld aufgrund Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unfall oder Invalidität oder stehen im Militärdienst.
  • Sie sind der rechtliche Vater oder werden dies innert den folgenden sechs Monaten seit der Geburt.
  • Sie sind während 9 Monaten unmittelbar vor der Geburt des Kindes im Sinne des AHV-Gesetzes obligatorisch versichert und waren davon während min. 5 Monate Erwerbstätig oder haben eine EO-Entschädigung erhalten.

Beginn und Ende des Anspruchs:

Der Anspruch auf Vaterschaftsentschädigung beginnt am Tag der Geburt. Er endet, wenn Sie 14 Taggelder bezogen haben oder wenn die Rahmenfrist von 6 Monaten nach der Geburt abgelaufen sind.

Höhe der Vaterschaftsentschädigung

Als Entschädigung für den Verdienstausfall erhalten sie 80 % des durchschnittlichen AHV-pflichtigen Erwerbseinkommens vor der Geburt, höchstens aber 196 Franken pro Tag.

Wichtig zu wissen:

  • Sofern Ihr Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis kündigt und Sie den Vaterschaftsurlaub noch nicht vollständig bezogen haben, wird die Kündigungsfrist verlängert. Die Verlängerung entspricht der Anzahl verbleibender Urlaubstage.
  • Aufgrund des Vaterschaftsurlaubs darf keine Ferienkürzung vorgenommen werden.
  • Auch während der Dauer des Vaterschaftsurlaubs sind Sie weiterhin obligatorisch unfallversichert
  • Der Versicherungsschutz der beruflichen Vorsorge wird auch während des Vaterschaftsurlaubs im gleichen Umfang weitergeführt

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt 6.04 Vaterschaftsentschädigung.

Quellensteuerreform 2021

Per 01.01.2021 tritt das neue Quellensteuerrecht in Kraft. Dieses hat sich grundlegend verändert. Das Ziel: Quellenbesteuerte und ordentlich besteuerte Personen sollen fortan gleich behandelt werden. Schweizweit wird neu eine einheitliche Berechnung der Quellensteuer angewendet. Die wichtigsten Änderungen nachstehend kurz aufgeführt:

  • Das quellensteuerpflichtige Einkommen wird einheitlich definiert.
  • Die Quellensteuer muss zwingend mit dem Wohnsitz- bzw. Aufenthaltskanton des Arbeitnehmers abgerechnet werden.
  • Neu gibt es zwei Abrechnungsmodelle. Je nach Kanton wird entweder, das Monats- oder Jahresmodell angewendet. Die Modelle sind einheitlich und müssen von den entsprechenden Kantonen gleich angewendet werden. Die Kantone LU, OW, NW, AG, SZ, ZG, BE und ZH wenden das Monatsmodell an
  • Es gilt eine einheitliche Anwendung der Tarife für alle Kantone.
  • Der Quellensteuertarifcode D (Nebenerwerb) entfällt für die Arbeitgeber

Weitere Änderungen:

  • Bei Teilzeiterwerbenden sind aufwendigere Abklärungen und Berechnungen notwendig (Einkommen und Pensum aus der Nebenerwerbstätigkeit sind zu berücksichtigen)
  • Es gilt eine einheitliche Satzbestimmung für unregelmässige Arbeitszeiten (z.B. Stundenlohn).
  • Der Arbeitgeber ist für die korrekte Anwendung des Quellensteuertarifs verantwortlich. Daher müssen noch mehr Informationen des Arbeitnehmers bekannt sein – insbesondere bei Teilzeitangestellten, Beschäftigung des Partners und allfälligen Ersatzeinkünften!
  • Die Bezugsprovision wurde auf 1 % bis 2 % reduziert.
  • Es wird eine Erweiterung der Anwendungsfälle für die Nachträgliche ordentliche Veranlagung (NOV) eingeführt.
  • Neuberechnung der Quellensteuern bei der zuständigen Steuerbehörde können nach wie vor nur bis am 31.03. beantragt werden
  • Sämtliche abgeschlossenen Quellensteuer-Rulings werden per 31.12.2020 aufgehoben.

Was ist als Arbeitgeber noch zu erledigen?

  • Alle Personalien der betroffenen Mitarbeiter sollten vervollständigt und dann regelmässig auf Ihre Aktualität überprüft werden (weitere Arbeitgeber, Partner mit Erwerbstätigkeit, Ersatzeinkünfte, etc.)
  • Klären Sie ab, ob Ihr Lohnbuchhaltungsprogramm diese die Neuerungen per 1. Januar 2021 korrekt umsetzen kann (Ein- und Austritte, Nachzahlungen, 13. Monatslohn, Stundenlöhner, etc.)
Bei Fragen oder Unklarheiten stehen wir Ihnen gerne zur Seite. Sie können uns per Mail via Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Telefon unter 041 497 20 50 erreichen.